Grußwort

Grußworte zur Ausstellung

Portrait von Friedrich Kramer
Landesbischof der EKM Friedrich Kramer (Foto: Anne Hornemann)

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich sehr, Sie als Schirmherr des Projektes LICHTwege von Ludger Hinse, zu diesem Projekt einladen zu dürfen, das vom 20. April bis 31. Oktober 2025 an vielen Orten zwischen Thüringen und Niedersachsen seine Türen öffnet: in kleinen Kirchen genauso wie an bedeutenden Welterbestätten. Diese Vielfalt der Präsentationsorte spiegelt wider, wie sich Kunst und Spiritualität vereinen lassen und der Dialog zwischen Tradition und zeitgenössischer Kunst gefördert werden kann und ein anregendes Zusammenspiel entsteht.
Ludger Hinse nutzt in seinem Projekt das Licht meisterhaft, um Emotionen zu vermitteln und spirituelle Erfahrungen zu ermöglichen. Seine Lichtkreuze und kinetischen Objekte schaffen visuelle Eindrücke und laden die Betrachter dazu ein, über die Bedeutung von Licht und Schatten in ihrem eigenen Leben nachzudenken. In einer Zeit, in der viele Menschen nach Orientierung suchen, bietet seine Kunst einen Raum der Reflexion und des Trostes. Besonders schön finde ich, dass Gemeinden die Möglichkeit haben, sich aktiv an diesem Projekt zu beteiligen und so neue Kunst mit unseren großartigen Kunstwerken in unseren Kirchen in Korrespondenz treten. Denn die Kirchen sind LICHTORTE, die auf das Licht der Welt: Jesus Christus hinweisen. Und auch die anderen Orte des Projektes sind LICHTORTE, die Orientierung und Klarheit bringen können.

Wussten Sie eigentlich, dass sich zwei Drittel aller Kunstwerke in Kirchen unserer Bundesländer befinden, die ja ebenfalls wunderbare Kunstwerke sind? Um so einLEUCHTENDer ist es, in unseren Kirchen moderne Lichtkunst zu zeigen.

Rund um die Ausstellung können Sie ein reiches Kulturprogramm mit Lesungen, Konzerte und Führungen erleben. Dies fördert nicht nur unser Gemeinschaftserlebnis, sondern auch das Bewusstsein für die Bedeutung von Kunst in unserem Alltag und für die LICHTORTE in unserer Nähe.
Die Ausstellungen werden in einer Vielzahl von historischen und kulturellen Kontexten stattfinden, was den Besuchern die Gelegenheit gibt, die Kunst nicht nur als ästhetisches Erlebnis zu genießen, sondern auch in Verbindung mit den jeweiligen Orten zu reflektieren. Die kleinen Kirchen bieten einen intimen Rahmen für die Kunstwerke, während die Welterbestätten eine majestätische Kulisse schaffen, die die Wirkung der Lichtinstallationen verstärkt.

Ich lade Sie herzlich dazu ein, die Kraft des Lichts zu erleben und die Verbundenheit unserer Gemeinschaft zu stärken. Lassen Sie uns zusammenkommen, um diese einzigartigen Erlebnisse zu teilen und die transformative Kraft der Kunst zu feiern.

Herzlich grüßt Sie

Ihr Friedrich Kramer
Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und Schirmherr des Projektes LICHTwege

Portrait von Bodo Ramelow, welcher vor einem grünen Wald steht
Bodo Ramelow - Ministerpräsident a.D. des Freistaats Thüringen ( Foto: DiG/Plus GmbH, Jannis Schulze)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunstbegeisterte,

mit großer innerer Freude habe ich die Schirmherrschaft für das Projekt LICHTwege übernommen, das an 22 Orten im ehemaligen Grenzgebiet zwischen Thüringen und Niedersachsen über 50 Lichtobjekte des großartigen Künstlers Ludger Hinse einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert. Er lädt uns in Zeiten der Anfechtung, der Unsicherheit und des Unfriedens, die uns nicht selten bedrückend düster erscheinen, ein, Lichter der Hoffnung anzuzünden.

Den Sinn seiner Kunst hat Ludger Hinse einmal sehr treffend beschrieben – sie soll den Glauben an das vermeintlich Unglaubliche nähren, damit Veränderung uns allen in einer oft so statisch erscheinenden Welt überhaupt noch denkbar und möglich erscheint. Wer könnte hier widersprechen? Brauchen wir nicht alle diesen hoffnungsvollen Optimismus angesichts von verheerenden Kriegen, die in genau diesem Moment auf dem Globus wüten und kaum Aussicht auf Frieden bieten?

Dass Hoffnung und Glaube an die eigene Kraft Berge versetzen können, habe ich ganz persönlich am Ort der Eröffnung des Projekts LICHTwege – der herrlichen Netzwerkkirche St. Johannis in Ellrich – über viele Jahre gespürt. Als Grenzgebietskirche war sie zu DDR-Zeiten beinahe eine Ruine. Schließlich wurden auch die beiden prächtigen Kirchtürme dem Verfall preisgegeben – nicht zuletzt, um Blickkontakte in den Westen zu verhindern.

Doch dann geschah ein wahres Wunder. Hand in Hand mit engagierten Ellrichern kämpfte ich als Vertreter der Landesregierung darum, dass diese ehemalige Sperrgebietsstadt ihre Türme wiederbekommt. Es war ein langer und steiniger Weg – und ja, auch hier erlebten wir dunkle Stunden und dachten an Scheitern. Aber es gelang uns immer wieder einander Kraft zu geben – uns ein Licht anzustecken. Das Ergebnis können Sie bei der Eröffnung des Projekts bewundern – am 14.12. vergangenen Jahres feierten wir in St. Johannis gemeinsam Knopffest – die Kirchtürme standen wieder und bekamen ihre Kugeln aufgesetzt.

Diese kleine Geschichte über ein großes Wunder mag Ihnen illustrieren, warum mich Ludger Hinses Kunst auch emotional sehr berührt – weil ich selbst erlebt habe, dass seinen Ideen eine tiefe Wahrhaftigkeit innewohnt.

Ich bin dem Kirchenkreis Südharz und der Koordinatorin des Projektes Frau Pfarrerin Sabine Wegner, zutiefst dankbar dafür, dass sie Ludger Hinse und seine Lichtobjekte zu uns geholt haben.

Ihnen, den Besucherinnen und Besuchern, wünsche ich inspirierende und besinnliche Stunden mit Ludger Hinses Werken. Lassen Sie uns mit ihm gemeinsam auf die Suche nach Lichtern der Zuversicht und Hoffnung gehen. Wir brauchen sie mehr denn je!

Alles Gute!

Ihr Bodo Ramelow
Vizepräsident des deutschen Bundestages & Ministerpräsident a.D. des Freistaats Thüringen