Ludger Hinse

Kurzbiografie

Ludger Hinse ist eines von vier Kindern einer Bergarbeiter-Familie in Recklinghausen. Er wuchs in einer Bergarbeitersiedlung auf. Nach acht Jahren Volksschule begann und vollendete er (1962– 1964) eine Lehre als Postschaffner bei der Deutschen Bundespost. Hier war er auch Vorsitzender der Jugendvertretung. Er kündigte 1967 seine Beamtenlaufbahn, um sich auf die Begabtensonderprüfung vorzubereiten, mit der er die Berechtigung zum Studium erwarb.

Danach studierte er von 1968 bis 1972 Sozialarbeit in Bochum. Von 1968 bis 1970 war er dort AStA-Vorsitzender und SDS-Mitglied. Seine Diplomarbeit ging zur Methodik und Didaktik außerschulischer Bildung am Beispiel der arbeitenden Jugend. Während eines Lehrauftrags unterrichtete er Methodik und Didaktik an der Fachhochschule Bochum. Von 1972 bis 1974 machte er Bildungsarbeit beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und ab 1974 Bildungsarbeit bei der IG Metall in Bochum.

1984 wurde Hinse jüngster Vorsitzender der IG Metall in Bochum; dieses Amt hatte er 22 Jahre – bis 2006 – inne.

Im Jahr 2004 erhielt er den Ehrenring der Stadt Bochum.

Seit frühester Kindheit hat Ludger Hinse gemalt. Seine erste Ausstellung „Behüte die Träume“ war 1988 mit farbintensiven Bildern im Künstlerhof Kenkmannshof in Recklinghausen. Seine künstlerische Entwicklung wurden unterstützt von Frau Dr. Anneliese Schröder von der Kunsthalle in Recklinghausen und Dr. Peter Spielmann vom Kunstmuseum Bochum.
Seine farbigen Arbeiten zu den Elementen fanden sofort große öffentliche Anerkennung. mit Ausstellungen im Haus Kemnade/ Museum Bochum, Haus am Lützowplatz/Berlin, Landesmuseum Emden, Galerie Theater Wolfsburg, u.a. Orten.

1996 fand ein radikaler künstlerischer Umbruch statt. Die Farbe Weiss. Die Weiß-Erfahrungen gehören zu seinem Totalumbruch in seinem Schaffen.Er hat sie expansiv ausgelebt. Seine weissen Arbeiten fanden auch wieder große öffentliche Anerkennung mit Ausstellungen im Museo Barjola, Gijon, Spanien ,in der Galerie Conde, Paris ,Galerie am Camissoplatz, Berlin . Die größte Anerkennung war zur Jahrtausendwende die Ausstellung"Futuro en blanco“ im Museo de Arte Contemporaneo, Santiago, Chile , dem Nationalmuseum.

2007 war wieder ein radikaler künstlerischer Umbruch mit dem Thema „Licht und Kreuz“. Von 2007 bis 2009 fand die Ausstellung "Das Kreuz mit dem Kreuz" in 21 Städten in NRW an 77 Ausstellungsorten mit 425 Begleitveranstaltungen und über 140 000 Besuchern statt. In den Folgejahren fanden u.a. Ausstellungen im Museum Kloster Bentlage in Rheine, im Museum Kloster te appel in den Niederlanden, in der Kunsthalle in Schweinfurt aber auch mit zahlreichen großen Kunstprojekten die in den Städten Zeichen setzten u. a. in Oldenburg an 28 Orten, im Kanton Zürich an 8 Orten, im Braunschweigerland in 6 romanischen Kirchen und Klöstern, in Heidelberg an 6 Orten, in Bautzen an 13 Orten und viele weitere Aktionen und Ausstellungen statt.

Mit über 320 Einzelausstellungen in der ganzen Welt, mit über 34 Büchern und Katalogen , mit 15 Filme und die Präsenz seiner Kunst an 90 öffentlichen und kirchlichen Orten von den „Toren des Lichts“ in Bochum zur Kulturhauptstadt 2010 bis zur NASCA Wüste in Peru, machen ihn zu einem der anerkanntesten Künstler unseres Landes.

www.ludgerhinse.de

Sondershausen Schlossmuseum (Lichtsäule Oktagon, Ludger Hinse)

Herrlich ist das Licht und aller Dankbarkeit wert. Jeden Morgen, wenn ich aufwache, trifft mich das Licht. Es ist das Licht, das mir den Tag schenkt. Mein ganzes Leben von „Brüder zum Lichte empor“ bis zur Lichtmalerei, den Lichtskulpturen und den Lichtkreuzen begleitet mich das Licht. Es gehört zu meinem ersten Tag und es wird zu meinem letzten auf Erden gehören. Denn ich habe das Licht der Welt gesehen und meine Augen haben die Welt in diesem Licht sehen und begreifen erlernt. Die Sonne buchstabierte das Licht, zerlegte es in die Vielfalt der Farben, verlieh den Körpern Erscheinung und Form und wies meinen Weg in Raum und Zeit. Herrlich ist das Licht und ich bin unendlich dankbar dafür. Es ist nicht zu leugnen, dass die Lebensschatten wachsen. Und doch durchdringt und besiegt sie das Licht des Tages. Morgen für Morgen, Stunde um Stunde.

Ludger Hinse aus dem Aufsatz „älter werden“